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Eco-Efficiency
 Ausgangssituation

Seit dem Start der Reform- und Öffnungspolitik im Jahre 1978 wächst Chinas Wirtschaft mit beeindruckenden Raten, besonders der Industriesektor zeigt ein stabiles Wachstum. China wandelt sich von einem landwirtschaftlich dominierten Staat zu einem Land mit einem starken Industrie- und Dienstleistungssektor; besonders in den östlichen Küstenprovinzen ist dieser Prozess bereits weit fortgeschritten. Wie der Wirtschaftsminister Bo Xilai vor kurzem in einem Vortrag anmerkte, ist Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den letzten 27 Jahren um über 1000% gestiegen, die jährliche Wachstumsrate betrug im Durchschnitt 9,4%.

Chinas ressourcen-intensives und weitgehend unkontrolliertes Wirtschaftswachstum übt einen starken Druck auf die natürlichen Ressourcen aus und führt zur Verschmutzung und Belastung der Umwelt. Wenn die chinesische Regierung ihr Ziel der Vervierfachung des BIP von 2000 bis 2020 verwirklichen möchte und gleichzeitig den Umweltschutz vorantreiben will, sind realisierbare Ansätze zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Umgang mit der Umwelt notwendig.

In die politischen Maßnahmen zur Reduzierung der industriellen Umweltverschmutzung und der Verbesserung der Ressourceneffizienz hat die chinesische Regierung innovative Konzepte wie produktionsintegrierten Umweltschutz und das „grüne BIP“ einbezogen. Um den produktionsintegrierten Umweltschutz in China weiter zu verbreiten, trat 2002 das Gesetz zur Förderung des produktionsintegrierten Umweltschutzes (Cleaner Production Promotion Law) landesweit in Kraft. Nach dem Gesetzestext ist die effiziente Nutzung von Ressourcen, auch Ökoeffizienz genannt, ein Kernelement des produktionsintegrierten Umweltschutzes.

Die Provinz Zhejiang, eines der wirtschaftlichen Zentren Chinas, dessen jährliches BIP landesweit an vierter Stelle steht, ist führend in der Förderung des produktionsintegrierten Umweltschutzes. 2004 wurde ein Programm zum Aufbau einer „Ökoprovinz“ verabschiedet. Bestandteil des Programms ist die Erprobung des Konzepts des produktionsintegrierten Umweltschutzes in 500 Pilotunternehmen von 2003 bis 2007.


 Programm

Mit dem Programm “Umweltorientierte Unternehmensberatung in der Provinz Zhejiang” unterstützt die GTZ die Provinzregierung Zhejiangs, besonders das Umweltschutzbüro und die Wirtschafts- und Handelskommission in der Provinzregierung Zhejiangs. Das Programm hat zwei Komponenten: zum einen soll die Ökoeffizienz der industriellen Produktion in der Provinz gesteigert werden. Parallel dazu soll in Kooperation mit dem Umweltschutzbüro ein geregeltes Entsorgungssystem für die großen Mengen Sonderabfälle geschaffen werden.

Die verschiedenen Industriesektoren Zhejiangs benötigen   qualifizierte    Beratung    in   Umwelt-
fragen, die Managementkapazitäten erweitern und praktikable technische Lösungen anbieten kann. Nachhaltigkeit wird primär durch marktgerechte Serviceangebote erreicht, die den Bedürfnissen   der   Industrieunternehmen    ent-
sprechen.

Auf   der   Suche   nach   einem  Weg,  die  Unter-
stützung ökoeffizienter Produktion mit den Bedürfnissen der Unternehmen und den Zielen der CEOs zu verbinden, hat das Programm eine Informationsplattform für produktionsintegrierten Umweltschutz aufgebaut, die vom Zhejiang Cleaner Production Center betreut wird.

Weil es verschiedene Wege gibt, um der Industrie das Konzept der Ökoeffizienz zu vermitteln, hat das Programm auch Workshops, Seminare und Schulungen über die Ansätze und Methoden der Implementierung von Ökoeffizienz durchgeführt.

Nach eingehender Untersuchung des Bedarfs der Unternehmen wurde entschieden, das Konzept des Umweltorientierten Kostenmanagements (UoKM) einzuführen. Es handelt sich um ein Produkt der GTZ und ist Teil eines umfassenden Portfolios von Managementmethoden, die auf dem Ansatz des Profitablen Umweltmanagement (PRUMA) basieren. Es folgt einer triple-win Strategie, bei der gleichzeitig ökonomische, ökologische und organisatorische Aspekte und Rahmenbedingungen in den Unternehmen verbessert werden. UoKM befähigt die Unternehmen zu einer systematischen und fortlaufenden Verminderung derjenigen Inputs, die sich nicht in den Produkten wieder finden, den so genannten Non-Product-Outputs (NPO). Diese setzen sich aus Rohmaterialien, Wasser und Energie zusammen.

2003 wurden Pilotunternehmen aus drei besonders zur Umweltverschmutzung in Zhejiang beitragenden Schlüsselindustrien ausgewählt, um an einer kombinierten UoKM Beratung und Schulung teilzunehmen (Textil- und Färbeindustrie, Galvanik, Chemie- und Arzneimittelproduktion). Während der Schulung und des Implementierungsprozesses 2004 wurden sowohl Mitarbeiter der Industrieunternehmen als auch externe Umweltberater in der Anwendung der Methoden ausgebildet.


 Wirkungen

Die wichtigsten Erfolge erzielte das Projekt bisher durch die Anwendung von UoKM. Die ersten Schulungen 2004 brachten den Unternehmen nachhaltige Verbesserungen in der ökologischen, ökonomischen und organisatorischen Performance.

2004, am Ende der Schulungen, lag die Gesamtsumme der Kosteneinsparungen bei etwa 9 Mio. RMB. Unter Einbeziehung zukünftiger effizienzsteigernder Maßnahmen werden die Einsparungen pro Jahr 20 Mio. RMB erreichen und entsprechen damit etwa 5% der gesamten Produktionskosten der Unternehmen. Der Probelauf von UoKM in den sieben Pilotunternehmen  führte  zu  einer   durchschnitt-
lichen Verminderung von Feststoffabfällen um 14%, Abwasser um 15% und Energieverbrauch um 9%.

UoKM hat auch einen Prozess des organisatorischen Wandels in den Pilotunternehmen initiiert. So wurde zum Beispiel ein transparentes Leistungsbonusprinzip eingeführt, um individuelle Bonusprogramme mit der Grundidee der Kosten für Non-Product-Outputs zu verbinden. Die interne Kommunikation zwischen der Managementebene und einzelnen Abteilungen der Unternehmen hat sich ebenfalls verbessert.

Die externen Umweltberater konnten wichtige Erfahrungen sammeln, die sie für die zukünftige Bereitstellung von passenden UoKM Beratungsangeboten benötigen. 2005 und 2006 werden zusätzliche UoKM Schulungen für Unternehmen und Berater durchgeführt, um ortsansässige Berater in der Anwendung der Methode auszubilden.


 Wichtige verwandte Themen

Umwelt, Gesundheit und Sicherheit ++ Industrieökologie ++ Soziale Unternehmensverantwortung ++ Entwicklung der Ökoindustrie



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